Schule/Ausbildung

#1 von Christoph Kainz , 12.06.2011 14:44

Hallo,
hier könnt Ihr Euch über das Thema Schule/Ausbildung austauschen.

Christoph Kainz  
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RE: Schule/Ausbildung

#2 von Ursula , 21.06.2012 09:52

Hallo
ich habe einen Sohn der Asperger Autist ist. Er besuch das Gymnasium und will es auch unter keinen Umständen verlassen. Allerdings sind seine Leistungen in Latein so schlecht, das ich nicht weiß ob die Lehrerin nochmals ein oder auch beide Augen zudrücken kann. Seit Jahren kämpfe ich nun schon für mein Kind, gegen alle Windmühlen des bayrischen Schulsystems und der Ingnoranz mancher Lehrer. Seit ich weiß was meinem Kind fehlt geht es etwas besser. Aber warum muß man immer alles allein herausfinden und den zuständigen Leuten dann mühsam erklären und sich im schlimmsten Fall sogar noch müde belächeln lassen ? Oder auch von anderen Eltern schief angucken wird, nach dem Motto: Wieso läst man dem Kind soviel durchgehen und mein Kind was auch schulische Probleme hat muß damit zurecht kommen.
Warum muß man so sehr kämpfen ? Hört das eigendlich irgendwann auch mal auf ? Was kommt nach der Schule,
für meine Beriffe ist die Geselschaft gar nicht in der Lage mit diesen doch sehr liebenswerten und aussergewöhnlichen Menschen umzugehen. Da sie in keinsterweise an Profit interresiert sind, sie wollen eigenlich nur in Harmonie mit allen anderen leben. Wie in aller Welt kann ich ihm klar machen das es in unserem Leben einige Spielverderber gibt. Wenn ich das alles schon erlebt hätte was er durchgemacht hat, ich weiß nicht ob ich der anderen Menschen noch mit eine sollchen Freundlichkeint und Höflichkeit begegnen könnte wie er das tut.
Aber nun zu meiner Frage, Wer kann mir weiterhelfen, damit er seinen Schulabschluß doch noch schafft.
euch allen einen schönen Tag
Die Welt gehört denen die mit ihr in Harmonie leben wollen

Ursula  
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RE: Schule/Ausbildung

#3 von Erikainz , 23.06.2012 16:08

Liebe Ursula,
ich bin die Mutter von Christoph, dem Leiter der Selbsthilfegruppe in Regensburg. Was Sie hier beschrieben haben, deckt sich absolut mit meinen Erfahrungen und meinem Kampf gegen Windmühlen für meinen Sohn. Ich kann Ihre Verzweiflung in mir fühlen, denn ich habe sie genauso erlebt - Schule, Arbeitsamt, Berufsleben, der Kampf endet nie! Auch ich musste mir alles selbst erarbeiten, wirkliche Hilfe bekam ich nirgendwo. Vielleicht hilft es Ihnen ein klein wenig zu wissen, dass Sie mit dieser Situation nicht alleine dastehen.
Damals gab es noch nichtmal das "Netzwerk Autismus", wo man heute vielleicht doch den einen oder anderen Rat bekommt. Haben Sie es dort schon versucht? Bekommen Sie den Newsletter des Netzwerks?
Außerdem gibt es ja noch den Aspie-Treff für betroffene Eltern von Asperger-Autisten. Der nächste Treff ist am 20.07. ab 18.00 Uhr im Schlossgarten Prüfening.
Ja, in unserer Gesellschaft fällt jeder durch, der nicht der Norm entspricht. Und ja, unsere Kinder sind viel zu gut für diese Welt - da gebe ich Ihnen recht.
Gerne würde ich mich mit Ihnen auch mal persönlich austauschen, wenn Sie dies möchten.
Der Spruch am Ende Ihres Beitrags ist übrigens viel zu schön, um wahr zu sein!

Erikainz  
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RE: Schule/Ausbildung

#4 von Ursula ( Gast ) , 21.06.2015 11:46

Hallo,
es ist zwar schon fast 3 Jahren her, aber ich möchte mich doch noch bedanken für diese für mich so stärkenden Worte. Sie gaben mir die Kraft und mein Sohn hat die Mittlere Reife geschafft.
Ich wollte eigentlich mal zu einem Treffen gehen, aber wie es manchmal so geht... Mir fehlte der Mut, dann die Zeit und dann...
Der Kampf mit Lehrern, Jugendamt und auch dem Rest der Welt hatte mich voll eingenommen. Aber es lief, Mittler Reife geschafft.
Dann der Zusammenbruch (nicht wirklich, mehr im Übertragenen Sinn) das Jugendamt sperrte den Schulhelfer, da mein Sohn 18 wurde. Wir, nein, ich dachte, er hätte jetzt so viel Struktur mit gekommen, das er nun allein weiter käme...Falsch gedacht. Innerhalb eines halben Schuljahres verschlechterten sich seine Noten wieder rapide, leider ohne das ich es wirklich gemerkt hätte. Man hat ja auch noch eigene Probleme (arbeitslos, einen neuen Job, in dem ich selber viel neues Lernen muss) Dann hagelte nur noch schlechte Noten und ich zog die Notbremse, in dem ich mich wieder einmischte.
So stehe ich mal wieder vor einem Schulproblem, nur das Sohnemann jetzt schon 19 Jahre wird, und das Abitur schmeißen will, da er keinen Mut mehr hat. Und wieder einmal ist Mutters Energie gefragt, aber kann ich das noch einmal schaffen?
Was wird wenn ich es nicht schaffe, aber was wird wenn er das Abi schafft ? Ein Studium schaff ich sicher nicht, und er allein?
Wie kann er selber etwas tun um in unserer Welt der "Normalos" klar zu kommen? Wir haben zwar einen sehr guten Psychologen, aber es fehlt an den aushäusigen Kontakten. Und wenn es mal zu Kontakten kommt bin ich immer in Habachtstellung um ihm eventuelle für ihn peinliche oder unverständliche Situationen zu ersparen.
Natürlich weiß ich das das auf die Dauer nicht geht, aber ich kann ihn doch jetzt nicht so einfach "fallen" lassen.
Ich will ihm ja Flügel geben, aber ich will auch das er dann fliegen kann.
Gibt es bei euch auch die Möglichkeit für junge Erwachsene zu den Treffen zu kommen oder ist das nur für Eltern mit Kindern?
Vielleicht könnte man sich ja nun doch mal persönlich kennen lernen, dieses mal würde ich nicht kneifen. Egal was kommt dieses Mal wird der Termin gleich mit rot in den Kalender eingetragen.
Herzlichen Dank nochmal
Ursula

Ursula

RE: Schule/Ausbildung

#5 von Gast , 12.01.2016 17:25

Hallo

Entschuldigung daß ich mich erst melde aber ich würde mich sehr freuen wenn Ihr mal zu unserem Treffen kommen würdet . Wir können uns auch gerne privat treffen. Ich würde auch gerne Euch helfen.

Liebe Grüße

Christoph Kainz


RE: Schule/Ausbildung

#6 von Dajana , 31.01.2017 12:10

Hallo,
Zufälligerweise habe ich dieses Forum gefunden weil ich jetzt in eine Situation mit meine Tochter bin wo ich nicht mehr weiß wie es weiter gehen soll. Meine Tochter ist bald 9 Jahre alt und hat leider noch keine Diagnose außer "Entwicklungsverzögerung". Wir versuchen schon seit Jahren rauszufinden was mit ihr loss ist, aber ohne Glück. Wir sind auch jetzt (wieder) dabei sie auf Autismus testen zu lassen und hoffen auf eine Ergebniss.
Mein Mann und ich glauben aber daran, dass sie Asperger haben könnte, v.a. weil mein Mann davon jetzt überzeugt ist dass er es auch haben könnte.

Ich suche nach einem Ratschlag was es Schule angeht...
Unsere Tochter war ein Jahr lang an eine Schule für Körperbehinderte Kinder in eine kleine Klasse mit nur 5 Kindern. Wir finden dass für Anfang diese Schule super war, weil sie sehr zurückgezogen war und man wuste auch nicht wie sie in viele Situationen sich benimmt. Mit der Zeit haben wir aber auch festgestellt, dass obwohl die Schule super ist, für unsere Tochter nicht so gut war. Sie kamm nach Hause und hat sehr oft geweint weil manche Kinder ( die leider schwer betroffen waren ) , geschrien haben und sie konnte das einfach nicht leiden, sie war erschrocken. Und andere Grund dass sie versetzt wird war auch das, dass unsere Meinung nach, sie noch mehr gefördert sein könnte.
Ab September 2016 ist sie an eine andere Grundschule in eine Inklusionsklasse. Vor diese Versetzung wollte ich schon für eine Schulbegleitung beantragen aber die Schule hat gemeint, dass es besser wäre , wenn wir zuerst ohne Schulbegleitung ausprobieren und wenn es notwendig wäre, ist immer möglich zu beantragen. Wir waren damit einverstanden . Sie haben gesagt dass da eine Pflegepersonal ist und noch eine Schulbegleitung die unsere Tochter auch helfen könnte. Schon nach par Wochen habe ich festgestellt dass das nicht klappt, aber irgendwie haben sie uns immer davon abgeraten weil sie das nicht für notwendig halten. Es gibt noch vieles was ich gern schreibe würde aber es wäre zu viel und ich möchte niemanden damit belästigen 😀.
Es ist so, jetzt zur Zeit kümmert sich diese Schulbegleiterin vom anderen Mädchen um unsere Tochter auch und das klappt eigentlich super. Ich denke aber dass das nicht 100% "legal" ist und ich finde dass das auch keine langfristige Lössung ist weil, wenn dieses Mädchen krank wird, fällt die Schulbegleiterin aus und unsere Tochter kommt aus ihre Routine raus und ich soll ihnen nicht erklären was das für sie bedeutet. Die Schule lässt uns leider keine Wahl... sie sagen, wenn unsere Tochter eine eigene Schulbegletung kriegt, muss sie in andere ( reguläre ) Klasse versetzt werden weil die Schule nicht möchte dass so viele Erwachsene in der Klasse sind. Wir habe aber Angst dass sie das nicht schafft ( reguläre Klasse ).
Wir wissen wirklich nicht was wir machen sollen...
Die Schule gefält unsere Tochter sehr, seit September hat sie sich v.a. In sozialem Umfeld super gut entwickelt und wir möchten sie nicht mehr versetzen aber was kann man da machen???
Hätte jemand eine ähnliche Erfahrung und was soll man da tun?

Ich bedanke mich von ganzem ❤️.
Dajana

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